Achtzehntes Tagebuch

 

von Heinrich Wellner

 

Sieben Wochen Sri-Lanka


 

Herbst 2018



Über  meine Arbeit in Deutschland !

  

Niemals hatte ich vor, ein solches Projekt zu beginnen bzw. aufzubauen, das durch eine Begegnung mit einem armen  Fischer, der weder lesen noch schreiben konnte seinen Anfang nahm. Mein erster Urlaub in Sri-Lanka war im Frühjahr 1997. In dem selben Jahr habe ich auch diesen jungen Fischer, Nimal,  kennengelernt, über den ich im Tagebuch 2017 geschrieben habe. Dort habe ich auch allgemein über meine Arbeit in Sri-Lanka informiert; heute möchte ich über meine Arbeit in Deutschland berichten.

Meistens komme ich nach sieben Wochen Sri-Lanka, Ende November nach Hause zurück. Als erstes muss ich mein Tagebuch fertig schreiben. Dann lasse ich das Tagebuch von Friedrich Pfeffer und meiner Tochter Bärbel korrigieren. Herr Pfeffer setzt auch die Bilder in den Text an die richtige Stelle.

Danach bringe ich das Tagebuch zu Peter Treinen, dem ehemaligen Landesdirektor einer großen Deutschen Versicherung. Diese Versicherung druckt mir jedes Jahr 320 Hefte kostenlos. Bis ich dann die fertigen Hefte zurück bekomme, habe ich auch alle Spenden-quittungen erhalten, die mir das Pfarramt „Heiliger Ingobertus“ ausstellt.

Die meisten Hefte und Spendenquittungen bringe ich persöhnlich zu den Spender und Helfer, nur was weiter als 20 Kilometer weg ist, verschicke ich mit der Post. Bis ich alles ausgefahren und verschickt habe, ist es schon Ende Januar. Schon Mitte Dezember schaue ich im Internet nach einem günstigen Flug für das folgende Jahr.

In den ersten Jahre, als ich nach Sri-Lanka geflogen bin, hatte ich noch keinen Laptop, hatte auch noch nie Schreibmaschine geschrieben. So hatte ich abends die Ereignisse des Tages auf ein Stück Papier gekritzelt und, wenn ich Zeit hatte, das Ganze in  Blockschrift schön säuberlich auf ein DA 4 Blatt übertragen und meiner Tochter Bärbel gefaxt. Die hat den Text dann in den Computer übertragen. Wenn ich dann nach Hause kam, konnten wir so das Tagebuch fertigstellen.

Die ersten 100 Tagebücher hat mir die Stadt  St. Ingbert vervielfältigt. 30 Tagebücher hat mir ein Segelfreund gedruckt.

Seit dem Jahr 2007 mache ich zweimal im Jahr Flohmarkt in St. Ingbert vor der Engelbertskirche. Die Flohmärkte melde ich schon im Januar bei der Stadt an und ich brauche auch keine Gebühr zu zahlen, da der Erlös für das Sri-Lanka-Projekt bestimmt ist. In der Woche vor dem Flohmarkt wird dieser in der Saarbrücker Zeitung und im Wochenspiegel angekündigt. Auch die Berichte für die Zeitungen müssen geschrieben werden.

Schon Anfang des Jahres rufen mich Leute aus dem ganzen Saarland an, die mir kostenlos Sachen für meinen Flohmarkt anbieten. In den ersten Jahren habe ich die Sachen immer alleine abgeholt, später als mir das immer schwerer gefallen ist, hat mir Alfred Pabst bei dieser Arbeit geholfen. Seit Alfred aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitfahren kann, hilft mir  meine Schwiegertochter Beate.

Zu Hause bei mir wird alles sortiert, in Bananenkisten verpackt und in einer Garage gelagert. So habe ich bis zum ersten Flohmarkt im Frühjahr mindestens fünfundfünfzig Bananenkisten voll gepackt.

Dazu kommen noch Kisten mit ca. 400 Romane und Kochbücher  und einige Karton mit Tisch und Bettwäsche.

Am Flohmarkttag habe ich 25 Helfer, die morgens um halb acht vor der Engelbertskirche beim Aufbauen helfen. Es müssen 18 Garnituren Bockmöbel (Tische u. Bänke) aufgebaut werden und 50 bis 60 Kisten mit den Flohmarktsachen ausgepackt und aufgestellt werden. An diesem Tag sind auch vier große Autos im Einsatz. Etwa zehn Personen helfen beim Verkauf. Ab fünfzehn Uhr wird der Rest wieder eingepackt, auch die Bockmöbel müssen wieder zurück gebracht werden.

Alle Kisten werden bei mir in der Garage abgeladen und von Beate und mir in den folgenden drei Wochen wieder ausgepackt, sortiert und neu eingepackt. Alles was schon dreimal mit auf dem Flohmarkt war und nicht verkauft wurde, wird aussortiert.

Einmal hat man mich in Sri-Lanka gefragt, ob ich nicht Brillen mitbringen könnte. Es geht den Leuten um die Gestelle, die sind in Sri-Lanka sehr teuer. Da kostet ein Brillengestell vierzig bis siebzig Euro. Als ich dann meinen nächsten Flohmarkt in der Zeitung angekündigt habe, habe ich geschrieben, ich suche gebrauchte Brillen für Sri-Lanka. Innerhalb einer Woche hatte ich 600 Brillen zusammen. Die konnte ich natürlich nicht alle mitnehmen, und habe einen großen Teil einer Organisation, die Brillen für Afrika sucht, abgegeben. 

In den ersten Jahren hatte ich auch immer etwas Modeschmuck mit nach Sri Lanka genommen; den Schmuck hatte ich dann bei Hausübergaben verteilt. So kam mir der Gedanke, bei der Ankündigung des Flohmarkts in der Zeitung hinzuzusetzen, dass ich Modeschmuck und Armbanduhren für Sri-Lanka suche. Innerhalb kurzer Zeit hatte ich einen Waschkorb voll Modeschmuck und Armbanduhren. Ich nehme jedes Jahr ca. drei bis vierhundert Teile mit nach Sri-Lanka. Da ich über das ganze Jahr immer wieder Schmuck und Uhren bekomme, verkaufe ich auch einen Teil auf dem Flohmarkt. Bekomme ich auf dem Flohmarkt für eine Halskette acht Euro, kann ich dafür in Sri-Lanka fünfzehn Kilogramm Reis kaufen. Die Uhren bringe ich zu meiner Schwester nach Bexbach; die hat einen Bekannten, der die Uhren nachschaut und neue Batterien kostenlos einwechselt.

 

Ein neues – großes Problem! 

 

Kleine oder auch größere Probleme gibt es über das ganze Jahr. Doch jetzt kommt ein richtig großes Problem auf mich zu. Schon im Jahre 2016 hatte Herr Pfarrer Sturm mir angekündigt, die Kirche könne keine Spendenquittungen mehr ausstellen für Spendengelder, die ins Ausland gehen. Ich hatte mir nicht all zu viele Gedanken darüber gemacht und gehofft, irgendwie werde es schon weitergehen. Im Frühjahr 2017 hatte ich mich wieder mit Herrn Pfarrer Sturm getroffen, bei dem er mir ein Schreiben vom Bistum Speyer übergab:

„Grundzüge des Spendenrechts für leitende Pfarrer“. Ich möchte hier nicht das ganze Schreiben vortragen, aber doch das Wichtigste wiedergeben.

 

Welche Möglichkeiten beim Umgang mit Spenden gibt es?

 

1. Verzicht auf eine Spendenbescheinigung.

Einige Spender sind bereit ein Projekt im Ausland auch dann zu unterstützen, wenn sie keine Spendenbescheinigung bekommen, sie aber sicher sind, dass die Gelder nach ihren Vorstellungen verwendet werden.  

 

Vereinsgründung

Gründung eines eigenen gemeinnützigen, kirchenunabhängigen Vereins, z.B. Sri-Lankahilfe e. V.

Solange die Gemeinnützigkeit festgestellt ist, stellt ein solcher Verein eigene Spendenbescheinigungen aus.

 

2. Inanspruchnahme von Hilfswerken.

Ansiedlung des Projektes unter einem deutschen Hilfswerk mit den Vorteilen, die die Hilfswerke bieten.

Großzügig war der Vorschlag vom damaligen Pfarrer Sturm, der mir zusagte, er werde  noch 2018 die Hand über mein Projekt  halten. Das heißt, für dieses Jahr stellt mir die Pfarrei „Heiliger Ingobertus“ noch Spendenquittungen aus.  

Wie wird nun meine Arbeit weitergehen?

Noch in diesem Jahr werde ich zweiundachtzig Jahre alt, ich werde mit Sicherheit keinen Verein gründen, und einer großen Organisation möchte ich mich auch nicht anschließen. Vorerst möchte ich noch einige Jahre, sofern ich gesund bleibe, nach Sri-Lanka fliegen und für arme Familien Häuser bauen, sofern mich meine Spender weiter unterstützen.

 

Samstag, 28.09.2018

Ankunft in Sri-Lanka morgens um zehn Uhr. Einen Fahrer, der mich am Flughafen abholt, hatte ich schon von Deutschland per Telefon bestellt. Der Flieger hatte am letzten Gate angedockt und so hatte ich einen langen Weg bis zur Pass- und Visakontrolle. Der Beamte am Schalter macht mir klar, mit meinem Visa stimme etwas nicht, ich müsse zurück, zum Direktor, der solle mein Visa überprüfen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was mit dem Visa nicht stimmen soll und habe es selbst überprüft. Mein Sohn Peter hatte mir dieses Visa bestellt und den Geburtstag falsch eingegeben; er hatte zwei Zahlen verwechselt. Der Direktor hat in meinem Reisepass gesehen, dass ich jedes Jahr nach Sri-Lanka komme, und hat seinen Stempel drauf gedrückt.  Dann kam ich ziemlich flott durch die Kontrolle und war schon nach einer Stunde  bei der Familie, bei der ich die Wohnung bestellt hatte, um den Schlüssel für die Wohnung abzuholen. Die Familie hat mir dann gesagt, sie hätten diese Wohnung an einen Langzeitmieter  vermietet…. Das kann dir in Sri-Lanka passieren. Mit meinem Fahrer haben wir etliche Straßen in diesem Viertel abgefahren, um ein Haus zu finden, das zu mieten ist. Da ich mich in dieser Gegend gut auskenne, dachte ich, das sei kein großes Problem.  Alle Jahre zuvor hatte ich viele Häuser gesehen, die zu vermieten waren. Aber so ist es nun einmal: wenn du etwas nicht brauchst, findest du es an jeder Ecke, und wenn du etwas suchst, kannst du es nicht finden.

Nach zwei Stunden erinnerte ich mich an eine Familie, bei der ich vor einigen Jahren gewohnt hatte. Ein sehr netter Vermieter und eine schöne Wohnung, aber doch zwei Kilometer weiter vom Zentrum entfernt. Von Nimal, dem Vermieter, wurde ich herzlich begrüßt, doch auch sein Haus war auf längere Zeit vermietet. Nimal hat dann in der Nachbarschaft nachgefragt, da gab es ein Gästehaus, sehr einfach und auch sehr teuer. Ich war müde und kaputt von dem langen Flug und so habe ich diese Wohnung für zehn Tage gemietet. Ich hoffte in dieser Zeit  etwas Passendes zu finden.

Am späten Nachmittag habe ich mich bei  Jeremy angemeldet. Jeremy ist die Frau von Nilushan, sie managt alles, während Nilushan noch in Italien arbeitet. Sie will mich morgen um neun Uhr abholen und mir vier Familien vorstellen, die ein neues Haus bekommen.

Danach habe Chandani angerufen. Sie sagt, sie kommt sofort und bringt frische Früchte. Chandani kommt schon viele Jahre zu mir. Sie hält die Wohnung sauber, kauft ein und kocht ausgezeichnet. Außerdem ist die absolut zuverlässig.

 

Sonntag, 30.09.2018

Heute Morgen sind schon die ersten vier Grundsteinlegungen, und heute Mittag will mir Jeremy noch mal vier Familie vorstellen. Das läuft gut an, und das Wetter spielt auch mit.

In der Zeit, in der Nilushan in Italien arbeitet, fährt ein Freund von ihm seinen Tuck-Tuck. Er heißt Schamare ist immer sehr freundlich aber spricht kein Wort Englisch. Am Dienstagmor-gen kommt Jeremy, um mich zu weiteren vier Grundsteinlegungen abzu-holen. Ich steige in den Tuck-Tuck, sage freundlich „Guten Morgen!“, und wir fahren los. Mit Jeremy spreche ich das Programm für heute durch. Nach einer Weile sehe ich mir unseren Fahrer von hinten an, ich muss zweimal  hinschauen: Das ist nicht Schamare, das ist Nilushan.

Nilushan ist erst heute in der Nacht um drei Uhr aus Italien angekommen. Diese Überraschung ist den beiden gut gelungen und sie haben herzlich über mein erstauntes Gesicht gelacht. Nilushan hat angehalten und wir haben uns ganz herzlich begrüßt. Ich hatte ihn ja letztes Jahr nicht gesehen. Zur Übergabe und den Feierlichkeiten zum zweihundertsten Haus will er unbedingt hier sein. Super!

 

Montag, 08.10.2018

 

Wir hatten heute morgen drei Grund-steinlegungen, und es hat geregnet wie aus Eimern. Das einzig Gute, es ist nicht kalt, und wenn du einmal ganz durchnässt bist, brauchst du auch keinen Schirm mehr. 

Die Grundsteinlegungen  laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Wenn wir an der Baustelle ankommen steige ich aus dem Tuck-Tuck aus, gebe Nilushan meine Kamera und warte auf der Straße, bis die Familie sich für meinen Empfang vorbereitet hat. Auf einen Wink von Nilushan darf ich das Grundstück betreten. Das jüngste Mitglied der Familie oder die Hausfrau selbst hängen mir einen Blumenkranz um. Es kommen Freunde und Verwandte zur Grundsteinlegung. Zuerst wird gebetet und ein Kirchenlied gesungen. Ich darf dann den Grundstein einspeisen. Danach legen die Familie und die Verwandten je einen Fundamentstein um den Grundstein. Ein kleines Büffet ist aufgebaut, mit „Kiribat“ (gekochter Milchreis) und „Lunumiris“  (ge-hackte Zwiebeln mit viel Chili); zu-sammen gegessen schmeckt das sehr lecker. Dazu gibt es noch Bananen, Kuchen und frittierte süßes Sachen. Ich werde auch als erster zum Büffet gebeten. Da an einem Tag meist mehrere Grundsteinlegungen sind, können wir immer nur dreißig bis vierzig Minuten bleiben.

Mittlerweile hat man mir alle sechzehn Familien vorgestellt, und auch die Grundsteinlegungen sind bis  auf zwei gemacht.

 

Samstag, 13.10.2018

Heute morgen um halb vier kommt Familie Büdel an. Ich werde die beiden am Flughafen mit einem Blumenkranz begrüßen und zu ihrem Hotel bringen.

Viel Zeit lasse ich ihnen nicht. Um halb zehn hole ich Gabriele und Norbert an ihrem Hotel ab. Wir besichtigen den Fischmarkt von Negombo, einen der größten in Sri-Lanka. Anschließend haben wir noch zwei Grundsteinlegungen; die haben wir extra aufgehoben, damit Gabriele und Norbert das erleben können.

Am Sonntag fahren wir zusammen in das Behindertenheim nach Katugurunda. Am Samstag habe ich für dieses Heim zweihundert Kilogramm Reis, fünfzig Kilogramm Zucker und fünfzig Kilogramm Linsen eingekauft.


Sonntag, 14.10.2018

Für die Tour in das Behindertenheim bestelle ich Basil, einen Fahrer, den ich schon zwanzig Jahre kenne. Die Lebensmittel für dieses Heim holen wir schon am Samstag ab. Wenn es möglich ist, möchte ich immer sonntags dieses Heim besuchen, da dann um elf Uhr eine heilige Messe ist. In dem Trakt, in dem die Schwerstbehinderten wohnen, gibt es zur Zeit Fälle von Windpocken; der große Schlafsaal für die älteren Männer wird renoviert, diese sind für die Zeit der Renovierung in einem anderen Heim untergebracht. So können wir nur den Bereich, in dem die älteren und behinderten Frauen leben, und die Küche besichtigen. Daher fahren wir schon vor zwölf Uhr zurück. Unterwegs halten wir an einem einheimischen Restaurant und bestellen etwas zu essen. Das Essen ist sehr reichlich; wir essen mehr als wir vorhatten.

 

Montag, 15.10.2018

Heute Morgen besuchen wir die Familie, denen Gabriele und Norbert ein Haus gestiftet haben. Den Vater, einen jungen Mann in den Dreißigern, treffen wir an der Baustelle, er streicht gerade das Gebälk mit Altöl. 

Er ruft gleich seine Frau an, sie solle sich einen Tuck-Tuck nehmen und mit ihren beiden Kindern vorbeikommen. Natürlich möchten Gabriele und Norbert die ganze Familie kennen lernen. Es dauert dann doch etwas länger, die junge Frau hat sich und ihre beiden Kinder fein gemacht. Das Mädchen ist etwa fünf Jahre alt, und das Baby ist erst einen Monat alt.

In dieser Woche fahre ich noch zu drei Familien, bei denen ich ein Kuvert abgebe von Freunden aus Deutschland.

Am kommenden Donnerstag geht Familie Büdel auf eine neuntägige Rundreise. Da alle Grundsteinlegungen getätigt sind, werden die nächsten Tage etwas ruhiger.

 

Montag, 22.10.2018

Mit einem Tuck-Tuck habe ich heute Nachmittag einige Baustellen in Pitipana und Siriwardana-Place abgefahren, es sieht alles recht gut aus. Am Haus von Gabriele und Norbert muss nur noch der Fußboden betoniert werden. Bei einigen anderen Häusern sind auch schon die Dächer fertig.

Am Samstag kommen Gabriele und Norbert von ihrer Rundreise zurück, und meine übrigen Besucher kommen alle zwischen Samstag und Montag an.

Die zweite Hausübergabe wird am kommenden Montag sein, dann können alle Gäste teilnehmen, und am Dienstag gehen sie dann auf ihre Rundreise.

 

Mittwoch, 24.10.2018

Ab vier Uhr regnet es wie aus Eimern. Innerhalb von zehn Minuten steht das Wasser in Hof und Garten schon zehn Zentimeter hoch. Chandani ruft mich an, bei ihr läuft das Wasser schon in die Wohnung. Auch Nilushan meldet sich, an zwei  Baustellen sind die frisch gemauerten Giebelwände eingestürzt, der Regen hat den Mörtel aus den Fugen gespült. Nach knapp vier Stunden ist der Spuck vorbei.

 

Donnerstag, 25.10.2018

Da ich nächste Woche ganz wenig Zeit habe, muss ich vieles vorbereiten, wenn wir in zwei Wochen mit der ganzen Gruppe nochmals in das Behindertenheim fahren und auch nach Molligoda, ein kleines Dorf, das ich schon viele Jahre unterstütze. In einem großen Supermarkt bestelle ich noch einmal dreihundert Kilogramm Lebensmitttel für das Behindertenheim und für die Leute von Molligoda etwa zweihundert Kilogramm. Mit Nilushan fahren wir zu einem bekannten Busunternehmer und bestellen einen großen Bus für diese Tour. Wir werden vierzehn Personen sein, haben fünfhundert Kilogramm Lebensmittel und zwei Koffer mit Kleidung dabei. Da wir Sonntag früh losfahren wollen, kann ich schon am Samstag die Lebensmittel am Supermarkt abholen.

Am Samstag kommen Peter, Beate, Ole und Josefine mit Sohn Lars früh um sechs Uhr an.

Hedi und Friedrich Pfeffer, mein bestes Stück Ursula, Sabine Schmitt, Monika Eller und Waltraud Schwarz kommen am Samstag früh um sechs Uhr an.

Traudel und Manfred Klimbingat kommen am Montag ebenfalls in aller Frühe an. Da die beiden pauschal gebucht haben, brauche ich sie nicht am Flughafen abholen. Ich werde sie im Hotel begrüßen.

Einen Tag bevor meine Gäste ankommen, frage ich immer im Hotel an, um wieviel Uhr die Gäste einchecken können. Ihr Flieger landet schon um sechs Uhr, und einchecken kann man normalerweise erst um zwölf oder ein Uhr. Wenn die Zimmer so früh noch nicht frei sind, bringe ich meine Gäste zu mir in mein angemietetes Haus. Chandani macht  dann  Frühstück für alle und, da ich genug Schlafzimmer habe, können sich alle etwas hinlegen und ausruhen.

An der Rezeption des Hotels  frage ich am Abend vor ihrer Ankunft nach, um wieviel Uhr die  Zimmer von Peter Wellner und Ole Onesorg morgen frei sind. Doch in allen Unterlagen findet sich keine Buchung von den beiden Familien für morgen.

Am Samstagmorgen begrüße ich alle um halb sieben mit einem Blumenkranz am Flughafen und wir fahren zu ihrem Hotel, sie wollen nur ihre Koffer abstellen und später, wenn ihre Zimmer frei sind, mit einem Tuck-Tuck zum Hotel zurück fahren. Auch jetzt findet man an der Rezeption keine Buchung für den heutigen Tag. Ein Blick in den Hotelvoucher klärt die Sache auf; versehentlich haben sie erst ab dem morgigen Tag gebucht

Was nun? Peter fragt, ob man zwei Zimmer für heute buchen könne und was ein Zimmer koste. Da das Hotel ausgebucht ist, bietet man ihm zwei Zimmer ohne Balkon an für neunzig Dollar je Zimmer. Das ist schon heftig. Wir beschließen, zuerst einmal zu mir zu fahren und später nach einem kleinen Hotel für eine Übernachtung zu suchen. Es gibt viele für fünfundzwanzig Euro pro Übernachtung das Zimmer.

Chandani hat schon ein Frühstück mit viel frischem Obst, Toast, Käse und Marmelade vorbereitet. Danach legen sich alle zuerst einmal hin.

Nachdem man sich etwas ausgeruht hat, sieht die Welt wieder ganz anders aus. Peter meint, in einem kleinen Hotel ist es auch nicht besser als bei mir. In meinem Schlafzimmer mit Klimaanlage ist Patz für drei Personen, und in dem kleinen Schlafzimmer können zwei Personen schlafen. Ich werde für eine Nacht im Wohnraum auf dem Sofa übernachten.

Das habe ich mir dann doch etwas leichter vorgestellt; im Wohnraum sind es gefühlte sechsunddreißig Grad, und da der Ventilator ist laut wie ein alter Traktor, muss ich ihn abschalten. Ab drei Uhr kann ich nicht mehr liegen. Ich stehe auf, dusche „kalt“ und überbrücke irgendwie die Zeit bis um sechs Uhr. Dann fahre ich zum Flughafen um die anderen Gäste abzuholen. Als ich zurückkomme, schlafen die anderen noch, und Chandani hat für die letzte  Gruppe schon das Frühstück vorbereitet. Mittlerweile kriecht auch die erste Gruppe aus den Schlafzimmern, nur der kleine Lars ist nicht wach zu kriegen. Jetzt sind wir dreizehn Personen in meiner Wohnung.

Um dieses Chaos etwas aufzulösen, fahre ich mit einer Gruppe zum Fischmarkt, so können die anderen in Ruhe frühstücken. Für 10:30 Uhr bestelle ich für Peter einen Van, der die erste Gruppe zum Hotel bringt. Heute gibt es beim Einchecken keine Probleme. Danach holt der gleiche Fahrer die anderen ab und bringt auch diese zum Hotel.

Puh….. ich atme auf, das Haus ist leer.

 

Montag, 29.10.2018

 

Taudel und Manfred begrüße ich um halb zehn mit einem Blumen-kranz in ihrem Hotel. Nun sind alle meine Gäste zusammen. Ich habe vier Tuck-Tucks bestellt, und wir fahren zur Hausübergabe von Gabi und Norbert. Peter, Beate und Ursula waren schon früher bei einigen Hausübergaben dabei, alle anderen erleben diese Zeremonie zum ersten Mal.

Morgen geht die ganze Gruppe auf eine Rundreise für vier Tage. Da Ursula diese Rundreise schon drei Mal mitgemacht hat, fahren nur wir beide - Ursula und ich - für vier Tage in den Südosten von Sri-Lanka, und unser letzter Tag wird in Nuwara-Elyia sein. Das wird ein reiner Einkaufstag werden, und so ist es auch. Nuwara-Elyia liegt auf fast zweitausend Meter. Es ist also schon etwas kalt und man kann hier die tollsten Wintermarkenkleider kaufen.

 

Samstag, 03.11.2018

Heute werden zwei Hausübergaben sein. Eines dieser Häuser hat Waltraud Schwarz gestiftet. Die ganze Gruppe ist zu dieser Hausübergabe mitgekommen. Waltraud darf das Band vor der Haustür durchschneiden.

Dann übergibt sie der Hausfrau den Schlüssel des Hauses, und diese schließt das Haus auf  und betritt mit ihrem Mann und den Kindern als erste das Haus. Dann wird gebetet und gesungen und es folgt die Zeremonie mit dem Milchtopf. Nach einem kleinen Imbiss darf Waltraud das Tuch vor dem Namensschild entfernen und wir machen ein Bild mit der Familie und Waltraud vor dem Haus.

 

Dienstag, 06.11.2018

 

Heute ist die Hausübergabe des zweihundertsten Hauses. Wir treffen uns alle in der Hauptstraße von Munnakarra. Wir, das sind zunächst alle aus St. Ingbert, dann Freunde und Verwandte der Familie, die heute das zweihundertste Haus, das ich  in Sri-Lanka übergeben kann, bekommen. Auch eine Abordnung der Deutschen Botschaft in Sri-Lanka ist zu dieser Haus-übergabe gekommen. Es ist als Vertreterin der Botschaft Frau Conrads mit einer Prakti-kantin. Von einer tanzenden und singenden Kandytänzergruppe werden wir die zweihundert Meter bis zum Haus geleitet. Auf dem Hof des Hauses schlagen vier Frauen eine riesige Trommel. Nilushan hat vor und neben dem Haus große Bildtafeln aufgestellt mit Fotos unserer Gruppe und meiner Arbeit hier. Vor dem Haus ein Priester eine kurze Ansprache, dann darf ich das Band vor der Haustür mit einer Schere durchschneiden.

Der Hausfrau übergebe ich den Haustürschlüssel, die öffnet dann die Haustür und darf als erste mit ihrer Familie das neue Haus betreten.

 

Es wird gebetet und gesungen, dann folgt die Zeremonie mit dem Milchtopf. Nach dem Büffet verteile ich an die Familie und an die Freunde der Familie noch Geschenke, die ich aus Deutschland mitgebracht habe. Nilushan hat noch einen großen Schokoladen-kuchen aufgebaut, den ich auf-schneiden muss und an die Fa-milie und Gäste verteile.

Normalerweise esse ich zu Abend in einem Restaurant an der Hauptstraße und fahre dann in das Hotel zu meiner Familie und meinen Gästen, um sie über das Programm für den nächsten Tag zu informieren. Zweimal hatte ich auch im Hotel gegessen. Nach einem solchen Essen hatte ich der Gruppe erzählt von den Problemen meiner langjährigen Haushälterin Chandani. Sie hat drei erwachsene Kinder im Alter von einundzwanzig bis fünfundzwanzig Jahren. Der älteste Sohn hat schon seit Jahren Drogenprobleme und ist zur Zeit im Gefängnis in Colombo. Der zweite Sohn hat vier Jahre bei einer Versicherung gearbeitet und ist jetzt arbeitslos, er lebt noch zu Hause und unterstützt seine Mutter mit seinem gesparten Geld. Die Tochter ist einundzwanzig Jahre alt und hat drei Jahre im Schichtdienst in einer Fabrik gearbeitet. Eine Woche von morgens um sechs bis abends um sechs Uhr und die nächste Woche umgekehrt und das sechs Tage die Woche. Im letzten Jahr betrug ihr Monatslohn sechzehntausend Rupien, das sind etwa achtzig Euro im Monat. Nachdem sie in einem Monat dreimal krank war, hat man sie entlassen.

Ihr Traum ist es, einmal selbständige Näherin zu werden. Von ihrem gesparten Geld hat sie einen Nähkurs für neun Monate bezahlt, umgerechnet vierhundert Euro. Dieser Kurs endet Ende diesen Monat und sie hat kein Geld für einen weiterbildeten Kurs.

Spontan hat die ganze Gruppe gesammelt, und es sind rund sechshundert Euro zusammen gekommen. Das reicht für einen weiteren Kurs und für eine gute Nähmaschine. Luxy, so heißt die Tochter von Chandani, hatte am fünfzehnten November Geburtstag. Sie wurde einundzwanzig Jahre alt, zu diesem Tag hatte ich Chandani, ihren Sohn Ashan und Luxy zum Essen eingeladen und ihr das Geschenk der Gruppe überreicht. Da sind dann viele Tränen geflossen. Ihr großer Bruder war kein bisschen neidisch, er hat gleich zu ihr gesagt, das ist ein guter Start für dich, lerne nur fleißig. Das fand ich sehr gut.

 

Donnerstag, 08.11.2018

Heute um vier Uhr ist der Dankgottesdienst in der St. Marien Kirche in Pittipana. Es regnet mal wieder, es ist halt Regenzeit. Ich habe fünf Tuck-Tucks bestellt, und wir fahren pünktlich um halb vier am Hotel ab. Wir können bis an den Eingang der Kirche fahren, so dass wir kaum nass werden. Alle meine Freunde und meine Familie haben sich fein heraus geputzt. Bis der Gottes-dienst beginnt, müssen wir fast eine halbe Stunde warten. Die Kirche ist voller Leute so wie bei uns in St. Ingbert an Feiertagen. Der Priester predigt in Singhalesisch und in Eng-lisch. Nach der Predigt bringen viele Gottesdienstteilnehmer Lebensmittel-pakete zum Altar und übergeben diese dem Priester. Nilushan hat für unsere Gruppe eingekauft. Für einige auch Lebensmittelpakete, Peter hat eine große Obstschale bekommen, Ursula trägt den Messwein in einem kleinen Fläschchen und einen Kelch, ich als letzter den Kelch mit den Hostien. Wir bringen dies alles zum Altar und übergeben es dem Priester. Als der Gottesdienst zu Ende ist, kommen alle Leute zu mir, um sich nochmals zu bedanken.

Nilushan hat über hundert Bilder in Postkartengröße machen lassen von mir und meiner Arbeit. Die verteile ich an alle, die zu mir kommen. Auch einige Geschenke bekomme ich überreicht. Einige von uns verteilen Heiligenbilder und Ursula filmt alles.

Nach dem Gottesdienst bekommen  wir von den Leaders Blumen-kränze mit Orchideen umgehängt und wir laufen alle wie in einer Prozession zu einer Gemeindehalle. Der gleiche Priester hält nochmals eine Rede auf Singhalesisch und Englisch, Nach dem Priester hält auch ein Vertreter vom World-Vision eine Dankesrede.

Dann beginnt der lockere Teil dieses Abends. An der Rückwand der Bühne hängt das gleiche Bild, das ich in der Kirche verteilt habe, aber hier in einer Größe von acht auf zwei Meter.  

 

   

Zuerst tritt eine Gruppe Kandytänzer auf mit ihrem eigentümlichnen Tanzstil. Danach zeigen sechs junge Frauen einen Volkstanz. Dann zeigen zwanzig Mädchen und Jungs von fünf bis sechs Jahren, was sie beim Tanzen drauf haben. Zuletzt zeigen vier junge Frauen einen modernen Tanz. Zwischen den Vorführungen werden belegte Brote und Getränke verteilt.

Nilushan überreicht mir einen großen Pokal als Erinnerung an das zweihundertste Haus, das ich dieses Jahr Dank meiner Spender und Unterstützer übergeben konnte.

Nach der Show will unsere Gruppe noch ein Gruppenbild von uns allen auf der Bühne machen. Fast kommen wir nicht dazu. Die Techniker haben eine flotte Musik aufgelegt und die ganze Gruppe fängt an zu tanzen. Schnell kommen einige Mädchen die Vorführungen gemacht haben und junge Frauen aus den Zuschauern auf die Bühne um mit zu tanzen. Mit großem Hallo verabschieden wir uns um zehn Uhr.

Für morgen früh sind wieder zwei Hausübergaben geplant. Nilushan will mich um neun Uhr abholen.


Freitag, 09.11.2018

Nur mein Sohn Peter kommt mit zur Hausübergabe. Alle anderen haben diesen Tag schon verplant. Es ist dies einer meiner schönsten Tage. Zum ersten Mal seit Jahren bin ich für einige Stunden mit meinem Sohn alleine. Das ist  selbst zu Hause kaum möglich.

 

 

Samstag früh um zwei Uhr reist die erste Gruppe ab. Die zweite Gruppe fliegt am Sonntag um zwanzig Uhr zwanzig zurück nach Deutschland.

Nun wird es etwas ruhiger für mich. Mein Flieger geht am nächsten Samstag, dem 17. November, und ich habe noch sieben Häuser zu übergeben. Nilushan beruhigt mich; die beiden letzten Häuser werden wir am Freitag, dem 16. November übergeben. Es war auch geplant einer Familie, die kein Haus bekommen hat, an diesem Morgen  noch ein Bett mit Matratze zu übergeben. Der Vater ist auf einem Auge ganz blind und auf dem anderen Auge sieht er nur noch dreißig Prozent. Die Familie hat vier Kinder und die Mutter arbeitet. Die Familie hat nichts geahnt und war an diesem Morgen auch nicht vollständig anwesend. So sind wir am Abend noch mal zu der Familie gefahren und haben das Bett übergeben. Nun  kann wenigstens ein Teil der Familie in einem Bett schlafen und nicht auf dem Boden. Jetzt habe ich noch den ganzen Samstag für mich. Das hat es noch nie gegeben, oft hatte ich noch am letzten Tag zwei Hausübergaben.

Ich freue mich auf zu Hause, auf meine Familie und ein kaltes Bett.

Nochmals der Hinweis für alle meine Spender und Unterstützer. Die Pfarrei Heiliger Ingobertus kann mir ab Januar 2019 keine Spenden-quittungen mehr ausstellen.

Ich möchte noch einige Jahre, sofern ich gesund bleibe, nach Sri-Lanka fliegen und Häuser bauen für ganz arme Familien, sofern mich meine Spender auch unter den veränderten Bedingungen weiterhin unterstützen.


Sri-Lanka aus der Sicht der Ehefrau:

 

Das Wort Sri-Lanka geht das ganze Jahr über wie ein roter Faden durch unsere Familie. Wir haben zwei wunderbare Kinder, Schwiegerkinder, sechs Enkelkinder und drei Urenkel, das vierte ist schon unterwegs. Die ganze Familie hilft meinem Mann bei seinem Sri-Lanka-Projekt, ganz besonders unsere Schwiegertochter Beate. Beim Flohmarkt ist sie besonders aktiv. Sie hilft beim Einsammeln, Sortieren und Einpacken und kann hervorragend verkaufen. Ab sofort übernimmt sie die ganze Organisation für den Flohmarkt. Mein Mann wird auch sehr von unseren Bekannten und Freunden unterstützt. Sie stellen die vielen Helfer am Flohmarktag, die beim Auf- und Abbau helfen und tausend Artikel auspacken, sieben Stunden verkaufen und den Rest später wieder einpacken. Ohne die großzügigen Geldspenden könnte mein Mann dieses Projekt nicht durchführen.

Ich war in diesem Jahr schon das sechste Mal in Sri-Lanka; dreimal war es ein ganz normaler Urlaub, und dreimal habe ich meinen Mann für zwei Wochen bei seinem Projekt begleitet. Jedes Jahr bekommt mein Mann Gäste aus Deutschland für zwei Wochen zu Besuch, die dieses Projekt sehen möchten. In diesem Jahr waren wir eine Gruppe von fünfzehn Personen, die das Projekt von Heini vor Ort erleben wollten. Um auch das Land besser kennen zu lernen, macht jede Gruppe eine viertägige Rundreise. Da ich diese Rundreise schon dreimal mitgemacht habe, fuhr ich mit meinem Mann ganz alleine für vier Tage in den Süden, an die Westküste und in das Hochland von Sri-Lanka. Diese vier Tage haben meinem Mann mal richtig gut getan, er brauchte nichts zu organisieren, und keiner außer mir hatte Fragen an ihn.

Sonst hat er wirklich immer viel zu organisieren; er besorgt Lebensmittel für das Behindertenheim, Lebensmittel und Kleider für das kleine Dorf, das er jedes Jahr besucht, ihm werden alle Familien, die ein neues Haus bekommen, vorgestellt, er ist bei jeder Grund-steinlegung und Hausübergabe dabei und kontrolliert in der Zwischenzeit den Hausbau. Wenn die Gäste aus Deutschland hier sind, kümmert er sich um diese, fährt mit ihnen zum Fischmarkt, besucht mit ihnen Grundsteinlegungen und Hausübergaben, organisiert Tuck-Tucks für alle und handelt auch die Preise für alle Touren aus.

Auch die Probleme von Chandani muss er sich anhören und soll ihr helfen, diese zu lösen, und sie hat viele. Sie hat drei erwachsene Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn ist im Gefängnis wegen Drogenprobleme und die beiden anderen sind zur Zeit arbeitslos. Die Tochter macht zur Zeit einen Nähkurs, sie möchte später einmal selbständig arbeiten. Unsere Gruppe unterstützt sie mit Geld, damit sie einen weiteren Kurs belegen kann und sich eine gute Nähmaschine kaufen kann.

Manches Mal kann ich das Wort Sri-Lanka nicht mehr hören, doch wenn ich vor Ort sehe, wie glücklich die Familien sind, die ein neues Haus bekommen und die ohne seine Hilfe nicht aus ihrer Palmhütte herausgekommen wären, dann bin ich ganz still und denke, dass die viele Arbeit das ganze Jahr über sich doch gelohnt hat.

Ich wünsche meinem Mann noch viel Kraft,  besonders Gesundheit und dass er lernt, kürzer zu treten und mehr auf seine Gesundheit zu achten.

Ursula Wellner

  

Waltraud Schwarz -  Eindrücke von der Hausübergabe

am 3.11.2018

 

Morgens fahren wir mit einigen Tuck-Tucks vom Hotel nach Pittipana, ein Stadtteil von Negombo, um zwei Häuser zu übergeben. Das zweite ist das von mir gestiftete Haus. Ganz gespannt bin ich auf das, was mich erwartet.

Von weitem sehen wir schon ein Transparent mit den Fotos von Heinrich Wellner und mir mit unseren Namen. Das macht mich schon ein bisschen stolz. Außerdem sind darauf noch Fotos von der Grundsteinlegung und der Familie, die später das Haus besitzen wird. Auf dem Transparent steht: Vielen Dank für ihre Liebe und Fürsorge, die sie der Familie Nadeeka erweisen. Daneben steht der Neubau eines kleinen Hauses, gemauert aus Steinen und gedeckt mit Ziegeln. Vor dem Haus erwartet uns die Familie mit vielen Freunden  und Verwandten. Als besondere Begrüßung überreichen uns Kinder selbstgemachte Kränze aus echten Blumen. Heinrich und ich gehen zur verschlossenen Haustür, an der ich ein rotes Band durchschneide. Dann überreicht Heinrich der Hausfrau den Haustürschlüssel, mit der sie ihr Haus nun aufschließt. Wir treten dann in ein großes mit Blumen, Luftballons und Tüchern geschmücktes Zimmer.

Mit Beten und Singen beginnt die Zeremonie. Gott möge die Familie und das Haus segnen. Dann wird ein großer Kerzenständer mit vielen Wachsdochten von uns Gästen entzündet. Herr Nilushan, ein Singhalese, der für Heinrich viel am Ort organisiert, hält eine Ansprache, von der ich leider nicht viel verstehe. Die Zeremonie  mit dem Milchtöpfchen hat mich besonders beeindruckt. Über einem offenen Feuer steht ein Töpfchen mit Milch. Alle warten gespannt, bis die Milch überkocht. Dann applaudieren alle. Wenn die Milch überkocht, ist das ein Zeichen für die Überfülle und das Glück in diesem Haus. Die Hausfrau lädt uns dann zu einem liebevoll hergerichteten Büffet ein. Den Reis mit den Fingern zu essen, ist gewöhnungsbedürftig. Ein von der Seniorengruppe von Herz Mariae gestiftetes Bett mit Matratze wird ins Haus gebracht und in einem kleineren Zimmer abgestellt. Heini, die Familie Nadeeka und ich nehmen darauf Platz. Der Höhepunkt dieses Tages ist, als sich der  Hausbesitzer vor mir niederkniet und sich mit Tränen in den Augen bei mir bedankt. Ich bin sehr glücklich, einer Familie, die in einer Wellblechhütte wohnte, ein aus Steinen gemauertes Haus mit Ziegeldach und drei Wohnräumen zu schenken. Wir beschenken noch die Familie und wir schauen in viele fröhliche Gesichter. Ein Kinderlied fällt mir ein: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“.


Unsere Reise nach/durch Sri Lanka 12.Oktober bis 01.November 2018

Gabriele Marner-Büdel und Norbert Büdel

 

Am 12.Oktober starten wir gegen Mittag ab Flughafen Frankfurt mit Etihad nach Abu Dhabi. Da wir eine dreiviertel Stunde Verspätung haben wird der Flugzeugwechsel in Abu Dhabi aufgrund der Sicherheitskontrollen und der Masse an Passagieren etwas stressig, um 22 Uhr sind es noch 36°C.

In Colombo landen wir schließlich sehr pünktlich, morgens gegen 3:30 Uhr. Unglaublich wie viele Maschinen hier gerade landen. So etwas wie Nachtflugverbot gibt es nicht!

In der Ankunftshalle erwartet uns Heinrich schon mit einem fröhlichen „Ayubovan“ und den obligatorischen Blumenkränzen. Draußen pickt uns Lucky, unser späterer Begleiter und Reiseführer durch Sri Lanka mit seinem Van auf um uns zum Hotel zu bringen. Unser Zimmer wartet schon auf uns und so können wir schnell noch ein paar Stunden schlafen, bevor Heinrich uns um 9:00 Uhr schon wieder abholt um uns über den Fischmarkt zu führen. Danach stehen noch zwei Grundsteinlegungen auf unserem Programm. 

Schon in diesen ersten Stunden lernen wir, dass Heinrich hier fast so bekannt ist, wie in St. Ingbert.

Sri Lanka ist unsere erste Reise soweit hinein nach Asien.  Aber wir haben gar nicht viel Zeit uns dessen bewusst zu werden, da wir gleich mitten im Geschehen stehen. Bei den beiden Grundsteinlegungen sind wir sofort im Einsatz und dürfen teilhaben an einem für diese beiden Familien sehr bedeutenden Ereignis.

Der nächste Tag ist ein Sonntag. Wir fahren zum Behindertenheim in Katukurunda. Leider war der Gottesdienst schon am Vortag und Windpocken gibt es unter den Kindern. So können wir nur einen kleinen Teil der Bewohner besuchen.

Die Fahrt mit dem Van über Land dauert gut 90 Minuten und vermittelt uns einen ersten Eindruck von dem was uns später auf unserer Reise erwarten wird.

Montags lernen wir die junge Familie kennen, die das von uns gespendete Haus bekommen soll. Ein ganz sympathisches junges Paar mit einer kleinen Tochter und einem neugeborenen Jungen. Danach lernen wir weitere Familien kennen, die schon in den letzten Jahren Häuser bekommen haben. Wir überbringen Grüße ihrer Hauspaten und verteilen die Spenden.

Am Dienstag starten wir auf eigene Faust mit Threewhealer und Zug nach Colombo. Diese Millionenstadt erschließen wir uns bei einer Sightseeing-Tour im Tuk-Tuk. Zurück geht’s im völlig überfüllten Feierabendzug. Eine Zugfahrt dritter Klasse ist ganz anders als hier, aber ein Must, wenn man dieses Land kennenlernen möchte.

Donnerstag: Start unserer 10-tägigen Rundreise über diese ungewöhnliche Insel: von Negombo nach Anurdnapura. weiter nach Sigiria, Polonnaruwa, Dambulla, Kandy, Nuwara Eliya, Ella, Tissa, Galle Fort zurück. Dank Lucky, unserem Guide und Driver, gewinnen wir sehr viele Einblicke in das singalesische Leben, die Geschichte, die Natur und Küche, die wir ohne ihn so sicher nicht gewonnen hätten. 

Als wir am Samstag zurück nach Negombo kommen, sind die nächsten St. Ingberter auch schon da. Am Montag früh, nachdem die Gruppe inzwischen komplett ist, fahren wir, 16 St. Ingberter, mit 6 Tuk-Tuks zur ersten Hauseinweihung. Die Fahrer haben etwas Mühe Kolonne zu fahren….

Am Haus angekommen, das noch vor knapp 14 Tagen eine Baustelle war, werden wir traditionell mit Trommeln begrüßt. Da wir heute das Haus an „unsere“ Familie übergeben dürfen, betreten wir hinter Heinrich das Grundstück.  Es sind unglaublich viele Familienmitglieder und Freunde gekommen. Und wieder werden wir mit Blumenkränzen begrüßt. Nach dem Dank, den Gebeten und dem Segen für das Haus, seine Bewohner und dessen Spender dürfen wir das Band, das vor der Tür gespannt ist durchschneiden. Dann werden der Frau des Hauses die Schlüssel übergeben. Nachdem traditionell im Haus ein Topf Milch zum Überkochen gebracht wurde, folgt ein unglaubliches schönes Fest. Es ist so schön, zu sehen, dass unser Geschenk so viel Freude bringt. Wir wünschen Thilanga und der Familie   eine glückliche Zukunft in ihrem neuen Heim.

Nachdem die Gruppe der St. Ingberter sich am Dienstag auf die Rundreise begeben hat, beschließen wir noch einmal mit dem Zug nach Colombo zu fahren. Dort besuchen wir das National Museum gehen shoppen und besorgen noch ein paar Souvenirs.

Unser Resümee am Abend bei einem Glas Lion-Bier auf der Terrasse ist: Ein sehenswertes Land mit großer Kultur, vielfältigen, wunderschönen Landschaften und vor allem viele freundliche und offene Menschen haben wir gesehen. So können wir eine Reise nach Sri Lanka nur empfehlen.

Wir genießen den letzten Ferientag noch am Strand und am Pool bevor wir abends Richtung Abu Dhabi starten. Müde erreichen wir am nächsten Morgen, am 01. November um 6:40 Uhr früh Frankfurt, das uns herbstlich kühl begrüßt.

Eine sehr beeindruckende und wunderschöne Reise, die keinen Tag kürzer hätte sein dürfen.


Negombo, Donnerstag, 08.11.18, 15.30 Uhr:  

Wir warten im Hotel Goldi Sands auf Heini.

Vor 2 Tagen wurde das 200. Haus an eine Familie übergeben. Das war eine größere Aktion. Denn anders als sonst hatte eine Trommlergruppe in historischen Kostümen die Feier umrahmt, ein Pfarrer war zugegen und aus Colombo waren eigens zwei Vertreterinnen der deutschen Botschaft angereist.

Heute um 16.00 Uhr findet ein Dankgottesdienst für Heini in der PittiPani Church statt aus Anlass der 200. Hausübergabe. Die Kirche steht in dem Gebiet, in dem Heini schon viele Häuser hat bauen lassen. Wir sind alle fein gekleidet.  Für den heutigen Anlass wäre schönes Wetter angebracht. Doch seit 13.00 Uhr regnet es ununterbrochen in Strömen; meist wie aus Kübeln.

Heini will die 13köpfige Reisegruppe aus St. Ingbert, wie bei den bisherigen  Hausübergaben auch, abholen und mit seinem Tuk Tuk voraus fahren. Wir in Tuk Tuk's hinterher. Nun warten wir schon eine Weile. Da kommt ein Anruf bei seinem Sohn Peter an: Heini kommt nicht aus seiner Wohnung  heraus, weil der Garten unter Wasser steht. Das fängt ja schon gut an ...!

       

Kurz vor vier ist Heini da und wir fahren verspätet los. Die Tuk Tuk's kämpfen sich durch die nassen Straßen. An manchen Stellen steht den Fahrzeugen mit ihren kleinen Rädern das Wasser bis  Reifenoberkante. Einige von uns werden durch den vorbeifahrenden Verkehr in den Tuk Tuk's nass gespritzt. Alles läuft sehr beschwerlich ab. Um 16:10 Uhr sind wir an der Kirche. Kein Glockengeläut, nur einzelne Leute in der mit Blumenarrangements schön geschmückten Kirche. Alles wirkt verlassen. Kein Pfarrer da, auch nicht Nilushan, die rechte Hand Heini's und sein Organisator. Draußen vor dem Eingang weisen zwei große Plakatwände mit dem Konterfei Heini's auf das heutige Ereignis hin.

So wie uns erging es offensichtlich auch allen anderen, die zur Kirche wollten; sie stecken irgendwie fest. So ist das halt in Sri Lanka in der Regenzeit...!

Wir warten im rückwärtigen Teil der Kirche. Dann kommt Nilushan angeeilt und bespricht mit Heini den Ablauf, denn keiner von uns weiß, was uns erwartet und wie das Ganze abläuft.

Um 16:20 Uhr dann das Signal. Nilushan leitet unsere Delegation, vorneweg Heini, durch den Mittelgang nach vorne. Für uns ist die 1. Reihe reserviert. Links sitzen Heini und Ursel mit ihren Familienmitgliedern Peter, Beate, Josefine, Ole und Lars; auf der rechten Seite Hedwig, Friedrich, Monika, Sabine, Waltraud, Traudel und Manfred. Mittlerweile ist die Kirche gut gefüllt.

 

Der Pfarrer hält die katholische Messe in Singhalesisch und Englisch. Im Ablauf wie bei uns zu Hause mit Gebeten, Gesängen, Fürbitten und hl. Kommunion. Zur Gabenbereitung bringen die Gläubigen Geschenke und Gaben zum Altar.  Nilushan organisiert, dass auch Heini und seine Familie sich daran beteiligen können.

Selbst wenn man die englische Sprache nicht beherrscht, versteht man, dass in den Ansprachen des Pfarrers der Dank an Heini für seine vorbildlichen Leistungen für die Menschen in Negombo im Mittelpunkt steht.

Nach genau einer Stunde ist die Messe beendet. Wir sollen in der Kirche noch warten, obwohl die Gläubigen die Kirche verlassen.

Was jetzt gleicht folgt, sollte noch zweieinhalb Stunden dauern !

Es regnet immer noch. Nach einer Weile werden wir durch die Dunkelheit und den Regen zu einem benachbarten Gebäude geleitet, zum Gemeindehaus. Dieses ist  zwischzeitlich für einen großen Empfang, besser gesagt ein großes Event, hergerichtet  worden.

Am Eingang des Hauses werden wir empfangen, indem jedem von uns ein Blumenkranz umgehängt wird. Wir kennen diese Prozedur schon von den Hausübergaben; aber dieses Mal sind die Kränze ganz besonders wertvoll und aufwändig geflochten worden.

Wieder werden wir zur ersten Reihe geleitet, wo für uns Plätze reserviert sind.

Der bestuhlte Raum ist total voll mit ca. 300 Personen. Durch die beiden Türen schauen von draußen noch weitere Personen hinein, die innen keinen Platz mehr finden.

Quer über die Bühne steht an der Rückwand zwischen zwei Blumengebinden ein riesiges Plakat  mit dem Bild von Heini und dem Dank für das übergebene 200. Haus in diesem Jahr 2018:

Auf dem Plakat steht: Dearest Herr Wellner. Tribute to a true human being who genuinely appreciated the values of humanity

Übersetzt: Liebster Herr Wellner. Ehrung eines wahrhaftigen Menschen, der die Werte der Menschlichkeit wirklich zu schätzen weiß

 

 

Es folgen nun Dankesreden von dem Pfarrer, einem Vertreter der Hilfsorganisation World Vision, der Schwester von Nilushan und weiteren Damen und Herren. So manche Rede haben wir uns etwas kürzer gewünscht; jedoch haben die Leute Heini und seiner    Familie offensichtlich sehr viel zu sagen. Allerdings verstehen wir ohnehin nicht sehr viel. Was wir besonders gut finden: Der Pfarrer erklärt den Anwesenden z.B., dass es sich bei den Spendengebern aus Deutschland nicht um Millionäre handelt, sondern um Leute, die selbst schauen müssen, wie sie mit ihrem Geld auskommen !

Zwischendurch werden wir, aber auch alle anderen Anwesenden, mit einem Imbiss und Getränken versorgt.

 

Zwischen den Reden läuft ein tolles Programm ab: Trommlergruppen und Akro-baten in ihren historischen Kleidern, Gesangs-gruppen und Tänzerinnen in landes-typischen Trachten bringen ihre Darbietungen. Dabei treten Erwachsene , Jugendliche und sogar Kindergartenkinder mit Tanzbeiträgen auf.   Ein spektakulärer Auftritt von Feuerkünstlern  rundet das Ganze ab. Ähnliches hatten wir auf unserer Rundfahrt gegen zusätzliches Eintrittsgeld gesehen, aber nicht in dieser Fülle und dieser Qualität. Am Schluss wird Heini durch Nilushan und seiner Schwester und dem Vertreter von World Vision und durch den Pfarrer eine eigens für diesen  Anlass gefertigte schöne Skulptur überreicht.      

Heini bedankt sich auf Deutsch in einer kurzen Rede.

Nun nehmen die anwesenden Einheimischen die Gelegenheit wahr, sich bei Heini persönlich zu bedanken. Viele Tränen fließen. Umarmungen und Küsse finden statt. Manche wollen Heini aus Dankbarkeit die Füße küssen, was er aber ablehnt. Wir als Gruppe werden für ein gemeinsames Bild auf die Bühne gebeten und plötzlich ertönt Popmusik. Wir tanzen zum Schluss ausgelassen auf der Bühne. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Daran werden wir uns noch lange erinnern. Heini hat für seine Arbeit viel Dank erfahren, dabei sind auch Ursel und die Familie mit einbezogen worden.Traudel und ich meinen:

Heini hat in Negombo im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen.

Positiv erwähnt werden muss aber auch die Arbeit bzw. das Verhalten seiner Frau Ursel, die ihm über die gesamten Jahre den Rücken frei hält.

Dafür hat auch  sie  einen besonderen Dank verdient.

Wie sagte doch Ursel so ganz nebenbei in einer Unterhaltung: Bei uns daheim ist Sri-Lanka das ganze Jahr über ein Gesprächshema. Das kann man nachvollziehen. Denn nach Heini's siebenwöchigem Aufenthalt in Sri-Lanka beginnen zu Hause sogleich über etliche Wochen hinweg die Nachbereitungen und im Frühsommer schon wieder die Vorbereitungen in Form von Flohmärkten und Spendensammeln, bis im Herbst wieder die nächste Reise ansteht. Heini und Ursel haben zwei verheiratete Kinder, sechs Enkel und zwei Urenkel. So manch einer hätte damit genug zu tun ...!!!  

Manfred und Traudel Klimbingat

 

Sri Lanka 2018 – Bericht Beate Wellner  

Nun bin ich zum fünften Mal in Sri Lanka. Es ist ein Land mit vielen Gesichtern. Das fängt an mit der Vielzahl an Religionen: Es gibt überwiegend Buddhisten, dann Hindus und Moslems und wenige Christen. Negombo allerdings ist überwiegend christlich. So sind auch die Menschen, für die Heini Häuser baut, durchweg Christen.

Dann das Klima: Im Landesinneren herrschen ganz andere Temperaturen als am Meer. In den Regionen, die bis in eine Höhe von 2000m gehen, wo auch Tee angebaut wird, kann es auch richtig kalt werden. Auch vom Anbau der Gemüsearten unterscheidet sich das Landesinnere vom Meer. Hier gibt es sogar Blumenkohl und Karotten wie bei uns, am Meer und in der Nähe der Küste dagegen tropische Früchte und Reis.

Bei meinem ersten Besuch ist mir die Vielseitigkeit des Landes gar nicht aufgefallen.

Ich war damals vor sieben Jahren richtig geschockt von der Armut, die hier herrscht. Seit dieser Zeit hat sich vieles verändert. Mittlerweile gibt es eine Autobahn von Colombo bis Negombo, die Straßen sind besser, was die Fahrten angenehmer und schneller macht. Die Menschen jedoch, vor allem die Fischer,  sind  noch immer sehr arm.

Die Behandlung in staatlichen Krankenhäusern, so habe ich erfahren, ist für alle kostenlos (aber kein Vergleich mit unseren Krankenhäusern).

Die Teepflückerinnen auf den Plantagen sind fest angestellt und beziehen dann später auch eine Art Rente. Für die Fischer aber hat sich Situation kaum verbessert. Sie müssen nach wie vor sehen, wie sie über die Runden kommen. Die meisten Menschen, für die Heini ein Haus gebaut hat, sind Fischer. Gerade bei einer der letzten Hausübergaben, bei der wir anwesend waren, ist mir noch einmal bewusst geworden, dass es ein ganz großartiges Projekt ist, das Heini in all den Jahren auf die Beine gestellt hat. Die Familie war so arm und sowohl die Frau als auch der Mann haben bei der Übergabe des Hauses geweint. Ein sehr bewegender Moment. Diese Menschen haben jetzt ein festes Heim, auch wenn es nur 30 qm groß ist und kein fließendes Wasser und keine Toilette im Haus ist. Ich glaube aber, dass ein solches Haus für die Menschen ein großes Glück bedeutet. Ich hoffe, Heini kann das Projekt noch lange weitermachen, denn er bringt sehr viel Glück nach Sri Lanka – ein schönes Land, das aber auch seine Schattenseiten hat.  

Peter Wellner

Nach 5 Jahren zum 200. Haus besuche ich meinen Vater in Sri Lanka zum 4. mal. Meine Tochter Josefine und ihre Familie Lars und Ole begleiten mich und Beate. Es hat sich einiges verändert in dieser Zeit Die Straßen sind alle neu. Die Hotels in denen wir geschlafen haben leider nicht. Es sind noch dieselben wie früher, daher schaut man besser nicht so genau in die Ecken, denn auf den ersten Blick sehen sie noch toll aus. Man darf also nicht so genau hinsehen und alles ist gut.Direkt nach unserer Ankunft sind wir bei einer Hausübergabe dabei. Ich habe das ja schon mehrfach in den vergangenen Jahren erlebt und war trotzdem überrascht, wie emotional und ergriffen ich war. Ich ging mit der Einstellung hin: da bekommt eine Familie ein Haus geschenkt. Aber was das letztendlich für die Familie bedeutet, darüber hatte ich mir im Vorhinein keine Gedanken gemacht, erst während der Feier und bei der Fahrt zurück ins Hotel wurde mir die Bedeutung der Hausübergabe für die Familie bewusst. Ich habe versucht mich in die Familie hinein zu versetzen um das ganze nachvollziehen zu können. Man ist arm und hat wenig Geld, wenn es regnet steht das Haus' (Bretterbude) unter Wasser. Vorne läuft das Wasser rein und hinten wieder raus. Man hat keinen ruhigen Ort, wo man sich zurück- ziehen kann. Bei der Feier zum 100. Haus sagte ein Manager von World Vision, die Menschen erhalten kein Haus, sondern eine Heimat. wo sie sich zurück ziehen können und sicher sind. Daher stehen alle Häuser von Heini auf einem 50 cm hohen Fundament. damit bei Regen kein Wasser ins Haus laufen kann (und in Sri Lanka kann es sehr oft und besonders stark regnen).

 

Rundreise

Die Rundreise mache ich nun zum dritten Mal. Trotzdem kann ich immer wieder etwas neues entdecken. In Kandy z.B. standen wir an einer Bushaltestelle und sahen dem Treiben zu. Alle 10 Sekunden fuhr ein Bus vor. So ein Bus dürfte bei uns niemals auf die Straßen, aber das nur am Rande. In der offenen Tür steht ein Mann (der heißt Conductor). Der ruft den wartenden Fahrgästen zu, wohin der Bus hinfährt. Es gibt kein Schild oder eine Nummer am Bus aus der man erkennen kann, welche Strecke der Bus fährt, wenn man dann kein Singhalesisch kann, wird es schwierig, aber wir haben unseren eigenen Bus für die Rundreise. Bei dem ist interessant, dass er neben dem Fahrer auch eine zweite Person im Bus gibt, die mit dem Fahrer gebucht wird. Diese zweite Person im Bus heißt Cleaner. Der Cleaner ist nur an Bord um uns beim Ein- und Aussteigen zu helfen und den Bus clean, also sauber zu halten. Der Cleaner war neben dem Fahrer und unserem Fremdenführer Lucky 4 Tage mit uns unterwegs. Die Rundreise von 4 Tagen mit 3 Übernachtungen in 3 tollen unterschiedlichen Hotels hat übrigens nur 190 €JPerson im Doppelzimmer gekostet, zzgl. Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten . Allein für die Fahrt hätten wir den Preis in Europa bezahlen müssen.

Wir hatten auch einen Bus nach Schulschluss gesehen, angefüllt mit Schülern, ich schätze es waren über 100 Kinder in dem Bus mit vielleicht 40 Sitzplätzen.

Kleinbusse, die bei uns für 8 Personen zugelassen sind, haben hier eine zusätzliche Sitzbank und transportieren hier im Minimum 13 Personen.

 

Straßenverkehr

Der Straßenverkehr in Sri Lanka fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Mit welcher Gelassenheit hier überholt wird und dabei auf der entgegenkommenden Spur aufeinander zu gefahren wird und erst im letzten Moment wieder auf die eigene Spur eingelenkt wird, ist der blanke Wahnsinn und nichts für schwache Nerven.

Bei uns würde nach so einem Überholmanöver der entgenkommende Fahrer komplett ausflippen, aber hier ist das völlig normal.Es ist immer schwierig sich richtig zu verhalten.

Soll man z.B. auf dem Markt bei den „armen Händlern" für ein original T-Shirt von der singhalesischen Nationalmannschaft für 12 € handeln oder nicht? Komischerweise war dieses T-Shirt in einer nahe gelegenen Edelboutique für 7,50 € zu haben.Sri Lanka – für mich ein Land der Superlative in jeder Beziehung

eine Traumreise in Überfluss und Entbehrung

Ich überlege lange, ob ich eine Reisebeschreibung wie viele andere vor mir mache, oder die Leser an meinen persönlichen Eindrücken und Gefühlen teilhaben lassen will.

Ich möchte keine Reisebeschreibung zu Tempeln, Gärten und Bergen machen. Es gibt ausgezeichnete Reiseführer.

Kurz zu den Eckdaten:

Reisezeitraum                     27.10. – 10.11.2018

Hotel                                      Goldi Sands Negombo

Rundreise                            4 Tage durch das Kulturdreieck

Teilnehmer                           Ursel, Monika, Hedi und Friedrich, Waltraud, Traudel und Manfred, Gaby und Norbert, Beate und Peter, Josefine und Ole mit Lars

Meine Reise begann zu nachtschlafender Zeit um 3:30 Uhr mit Frühstück und

anschließender Zugfahrt nach Frankfurt. Dieser Tag sollte am Samstag um 22:00 Uhr in Negombo im Hotel enden. Die Erwartung des Kommenden war so freudig, dass die Müdigkeit keine Chance hatte.  

Die ersten Stunden zeigten das hoffnungslos chaotische Verkehrssystem mit wag

halsigen Überholmanövern und lautstarkem Hupkonzert. Nach einer Weile und sehr

viel Gottvertrauen konnte man dieses Schauspiel genießen. Dabei waren die Tuk- 

Tuk Fahrer immer entspannt und hatten Zeit für ein Schwätzchen. Wie scheinbar alle Menschen in Sri Lanka haben sie das Herz auf dem richtigen Fleck. Noch nie habe ich so offene, zugewandte und freundliche Menschen kennengelernt. Natürlich wollen alle irgendwie ein Geschäft mit dir machen. Aber keiner ist böse, wenn du nein sagst. Und vor allem, das Interesse bleibt. Sie unterhalten sich weiter freundlich, sind zugewandt und freuen sich, wenn sie hören, dass einem selbst Sri Lanka gefällt.

Ich habe auf dieser Reise viele sympathische Menschen kennengelernt und einige haben mein Herz berührt.

Da war zum Beispiel Maria, die Strandverkäuferin. Wir beide haben uns gesehen und gefunden. Beide sprachen wir kein Englisch und haben uns dennoch bestens unterhalten. Sie war ein bisschen träge, aber wenn sie mich sah, kam sie schon von weitem gerannt. Dann gab es noch den Strandwächter, der immer ein Auge auf mich hatte, wenn ich alleine am Strand spazieren ging. Die aufmerksamen Kellner, denen kein Handgriff zu viel war. Einen ach so fröhlichen jungen Mann hätte ich mit nach Hause nehmen können. Wenn er lächelte, strahlten seine Augen wie Juwelen. Gerne denke ich an den hageren Wächter bei den Elefanten, der mich an der Hand hielt und mir Stellen zeigte, wo ich einen besonders guten Blick auf die Elefanten hatte. Oder den Gärtner, der die ganze Zeit den Rasen rechelte, nur, um mich möglichst nah zu sehen. Viele dieser Menschen wollten mich als blonde, weißhäutige Frau gerne einmal anfassen. Obwohl ich diesbezüglich normalerweise eher reserviert bin, hat mich dies amüsiert und ich konnte es gut zulassen.

Lucky, der Reiseführer während der Rundreise und der Fahrt zu den Elefanten, gab mir immer ein Gefühl der Sicherheit. Er hat mir gezeigt, was Gelassenheit heißt und wie leicht es sein kann, wenn man die Dinge so nimmt, wie sie sind. Eine Leaderin mit silbergrauem Haar beeindruckte mich sehr. Sie war sehr charismatisch und gab mir das Gefühl vor einer hohen Persönlichkeit zu stehen. Wir trafen diese Frau bei mehreren Hauseinweihungen.

 

Das Schauspiel der Fischer wenn sie ihr Netz eingeholt haben, war fesselnd. Das temperamentvolle Treiben, die Laut-stärke, das aufeinander-eingespielt-sein und das uneigennützige Handeln ließen mich mehrfach, auch am frühen Morgen, zum Strand laufen und einfach nur zusehen.  

Mein Herz berührte aber auch Heini, der mit voller Hingabe sich um diese großartige Arbeit für die ärmsten der Armen in Sri Lanka kümmert. Wer einmal bei einer Hauseinweihung dabei war, versteht es, was das Geschenk und damit das Haus für diese Menschen bedeutet. Entsprechend feierlich und traditionell war die Ehrung von Heini anlässlich der  200. Hausübergabe. Ich habe noch niemals so viel Fröhlichkeit gespürt wie beim Dankgottesdienst in der Kirche anlässlich der Feier für Heini.

Mein Reisegrund war der Besuch des Waisenhauses für Menschen mit Behinderung. Auch wenn dieses Haus in keinster Weise mithalten kann mit den Standards in Deutschland, übertrifft die Lebensfreude der dort wohnenden Menschen bei weitem die der Bewohner in unseren Einrichtungen. Menschen, die bei uns in Pflegestufen eingruppiert und auf fremde Hilfe angewiesen sind, helfen sich dort gegenseitig mit viel Liebe und Freude. Sie sind glücklich, etwas zu bekommen und etwas geben zu können. Wie gerne hätte ich diese Freude mit nach Hause in unsere Einrichtungen genommen. Sie könnte so vieles leichter machen. Traurig machte mich die Tatsache, dass diese Menschen häufig nicht satt zu essen haben.

Nachhaltig berührt hat mich die Armut in der die Menschen leben müssen. Kein richtiges Dach über dem Kopf zu haben, nach fast jedem Regenschutt das wenige Hab und Gut zu trocknen, die Kilometer langen Reihen von Blechbuden, vollgestopfte Straßen mit irrsinnigem Lärm, Menschen in Colombo die nichts, gar nichts haben. In diesen Situationen habe ich gegen mein Helfersyndrom gekämpft und manches Mal auch die Schnauze voll gehabt. Aber die Herzlichkeit und Gelassenheit der Singhalesen hat mich schnell wieder eingeholt.  

Die Diskrepanz zwischen dem Kult in und um die Tempel und der Armut im Land konnte ich nicht verstehen. Mir fehlt allerdings auch die Erfahrung aus anderen Ländern mit ähnlichen Kulturen.   

An jedem Abend war ich dankbar für das, was ich in meinem Leben Gutes erfahren darf.  

Im absoluten Überfluss kann man die Vegetation sehen. Kokospalmen, Bananenstauten, Teeplantagen, Reisfelder, Bambus und so vieles mehr ließen die Augen nicht ruhen.  

Ich bin froh, diese Reise gemacht zu haben und würde es genauso wieder tun.

Sabine Schmitt  

 

Bericht von Monika Eller über den Aufenthalt in Sri Lanka

vom 29. Oktober bis 10. November 2018

Ich möchte kein Tagebuch im herkömmlichen Sinne schreiben, sondern versuchen, in meinem Bericht meine persönlichen Eindrücke zu schildern. Diese Reise war für mich ein nachhaltiges Erlebnis, das Spuren hinterlassen hat, bin ich doch in den zwei Wochen in eine komplett andere Welt eingetaucht. Es ist mir nicht schwer gefallen, mich auf die Menschen dort einzulassen, weil sie eine sehr offene und freundliche Art haben, anderen Menschen zu begegnen. Auch Berührungsängste im wahrsten Sinne des Wortes gab es keine. Und überall hat man die Dankbarkeit und Zufriedenheit gespürt. Es ist einem bewusst geworden, wie viel wir haben und wie viel wir auch abgeben können. Was Heini  Wellner dort leistet, verdient allergrößten Respekt und Achtung. Seine Frau Ursula sagt dazu: „Sri Lanka ist bei uns das ganze Jahr“. Die gesamte Familie hilft mit, wenn die zwei jährlich stattfindenden Flohmärkte organisiert und vorbereitet werden müssen, Kleider- und Geldspenden und sonstige Geschenke für die bedürftigen singhalesischen Menschen eingesammelt und verwaltet werden und vieles mehr.
Ich bin dankbar dafür, dass ich diese Reise angetreten habe und Heini 14 Tage lang begleiten durfte und vor Ort gesehen habe mit wieviel Herzblut er dort seine Mission verbunden mit vielfältigen Aufgaben erfüllt. Auch die Menschen, die ihn vor Ort unterstützen, zum Beispiel Nilushan, der auch von seiner liebenswürdigen Frau Jeremy Hilfe hat, und die Gemeindehelferinnen sind mit Freude bei der Arbeit.
Nach einer langen Anreise mit Zwischenstation in Doha sind wir von Heini Wellner morgens um 6:00 Uhr herzlich am Flughafen begrüßt worden. Er hatte für jeden Gast eine Blumenkette und zunächst ging es mit dem Auto zu seinem Haus, das er für seinen siebenwöchigen Aufenthalt gemietet hat, weil unsere Hotelzimmer noch nicht fertig waren. Dort habe ich den ersten Eindruck von Land und Leuten bekommen.
Bereits zwei Tage später traten wir mit insgesamt zwölf Personen unterschiedlichen Alters unsere viertägige Rundreise durch Sri Lanka an, die begleitet wurde von dem erfahrenen und kompetenten Reiseleiter Lucky. In dieser bunt gemischten Reisegruppe, die viel Spaß miteinander hatte, habe ich mich sehr wohl gefühlt.
Ein herzliches Dankeschön auch an Peter Wellner, der zusammen mit Friedrich Pfeffer für die Übersetzung der englischen Erklärungen des Reiseleiters gesorgt hat und uns außerdem in Negombo immer in organisatorischen Fragen zur Seite stand.
Während der Reise habe ich Sri Lanka als ein sehr schönes und fruchtbares Land kennen gelernt. Wir  haben atemberaubende Landschaften gesehen mit Wasserfällen, Regenwäldern, Kokos- , Tee- und Kautschukplantagen. Während der Rundreise hatten wir die Gelegenheit eine Teeplantage und eine Teefabrik zu besuchen und haben gesehen, dass im Hochland europäisches Gemüse und Obst wächst und in tieferen Lagen exotische Früchte gedeihen.
Ebenso gibt es hier viele Bodenschätze und Edelsteine.
Sri Lanka ist auch ein Textilland; für viele große Marken werden hier die Kleider hergestellt. So hatten wir die Möglichkeit, uns mit günstiger Kleidung einzudecken. Eine Führung durch eine kleine Batikfabrik gehörte ebenso zu unseren Stationen.
Auch der Gewürzgarten war sehr interessant, hat man doch gesehen wie die verschiedenen Kräuter und Gewürze hier gedeihen. Dort konnte man vor Ort alles frisch kaufen.
Ebenso war der Besuch von buddhistischen und hinduistischen Tempeln eine Erfahrung wert; bei dieser Gelegenheit konnten wir auf eine spontane Einladung hin auch einen Kindergarten besuchen. Die Kinder haben sich über unser Interesse gefreut und die Erzieherinnen haben uns ihre Einrichtung mit Stolz präsentiert.
Ein besonderes Erlebnis war das Besteigen des Sigiriya-Felsens. Dieser Monolith, der inmitten von Reisfeldern und Seen auftragt, gehört seit 1982 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im 5. Jahrhundert n. Chr. ließ der König dort oben in 200 Metern Höhe seinen Palast bauen. Der Aufstieg auf diesen Felsen über 1860 Stufen und Wendeltreppen war abenteuerlich, zumal es irgendwann angefangen hatte, heftig zu regnen. Leider blieb uns deshalb der wunderschöne Ausblick über die Ebene verwehrt.
Die alte, an einem See gelegene Königstadt Kandy in Zentral-Sri Lanka bleibt mir in  schöner Erinnerung; dort konnten wir an einem Abend traditionelle Musik und Bräuche mit Tempeltänzern in rot-weiß-silberfarbener Kleidung, Tänzerinnen in aufwändigen Kostümen und Feuerschlucker in einer Show beobachten. Danach stand der Besuch des imposanten, buddhistischen Zahntempels auf dem Programm.
Ein weiteres Highlight war der Besuch im Elefantenwaisenhaus, das wir mit fünf Personen besuchten; dabei war auch der sechsjährige Lars, der für mich mit seinen erfrischenden Fragen und seiner Neugier eine Bereicherung war. Wir konnten die Elefanten beim Baden und Trinken im Fluss beobachten und später beim Fressen in ihrem großzügigen Gelände. Auf der Rückfahrt hatten wir Gelegenheit mit Lucky in einem einheimischen Restaurant zu essen. Für nicht einmal umgerechnet zehn Euro sind fünf Erwachsenen satt geworden und haben eine Flasche Wasser getrunken. Hier gab es auch den Versuch wie die einheimische Bevölkerung mit den Fingern zu essen- gar nicht so einfach! Auch hier muss die richtige Technik angewandt werden.
Vier Hausübergaben durfte ich miterleben. Darunter das Haus, das Gabriele Marner-Büdel und Norbert Büdel gespendet haben, sowie das Haus, das durch die Spende von Waltraud Schwarz gebaut werden konnte. Die Hauseinweihung war jedes Mal sehr berührend. Wir wurden immer begrüßt, indem uns ein Familienmitglied eine frische Blumenkette umgehängt hat. Frauen haben getrommelt und beim Durchschneiden des Bandes an der Haustüre wurden Böller abgeschossen. Wenn die Hausfrau den Schlüssel bekam und die Haustüre aufschloss, war das immer ein ergreifender Moment.  In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass die Frau im Haus der Chef ist, aber leider in der Gesellschaft nicht die notwendige Anerkennung findet.
Auch die Gebete und Lieder, die die Familie - manchmal mit, manchmal ohne Pfarrer-gesungen hat, zeigte die tiefe Dankbarkeit und Gottverbundenheit der Menschen.  Die Zeremonie mit der Milch, die in einem Topf auf eine Feuerstelle gestellt wird, dürfte jedem eifrigen Tagebuchleser ein Begriff sein. Je mehr die Milch überkocht, umso größer wird der Wohlstand in diesem Haus sein. Es war immer ein spannender Moment und es gab Applaus, wenn die Milch so richtig über den Rand des Tontopfes gelaufen ist. Danach wurde das Buffet mit einheimischen Speisen eröffnet, das die Familie für die Gäste und die Familienangehörigen und Freunde vorbereitet hatte. Wenn das Spendengeld dann noch ausreichte um ein Bett mit Matratze zu kaufen, war das für die Familie eine willkommene Zugabe.
Die Einweihung des 200. Hauses war ein besonderer Höhepunkt und wurde zusätzlich von Tempeltänzern mit Trommeln und Tänzen begleitet. Auch eine Vertreterin des deutschen Konsulates in Sri Lanka war mit dabei und zeigte ihre Dankbarkeit und Wertschätzung für die Hilfe, die Heini Wellner und seine Familie und Freunde den bedürftigen Menschen gemeinsam mit der Organisation „Julia Foundation“ vor Ort zukommen lässt.
Der Dankgottesdienst, der am Ende der zwei Wochen gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung in einer katholischen Kirche gefeiert wurde, ist fast ins Wasser gefallen! Hatte es doch den ganzen Nachmittag heftig geregnet, so dass die Straßen voller Wasser standen und die Tuk Tuks, in denen wir unterwegs waren, Mühe hatten, durch die Wassermassen durchzukommen. Aber das Wetter hielt niemanden von  seinem Vorhaben ab. Mit etwas Verspätung begann der Gottesdienst und die anschließende Feier im Gemeindeheim, die begleitet wurde von Tempeltänzern und verschiedenen Tanzgruppen aller Altersstufen, die uns auf der Bühne mit ihren traditionellen und modernen Choreografien erfreuten. In dem Raum saßen wir gemeinsam mit vielen dankbaren Familien, die im Laufe der letzten Jahre in den Genuss eines Steinhauses gekommen waren.
Bei der Feier, bei der es auch viele Reden auf  Singhalesisch gab, hörte man oft den Namen Heinrich Wellner und man wusste und spürte, dass dieser Abend zu Ehren von Heini und seiner Familie organisiert wurde. Heini wurde auch ganz feierlich auf der Bühne geehrt und bekam einen extra für ihn  gestalteten Pokal geschenkt. Gegen Ende der Feierlichkeiten stellten sich die Gäste in einer langen Reihe an für einen Händedruck oder eine Umarmung von Heini; es war ihnen wichtig, ihm noch einmal persönlich ihre Dankbarkeit und Achtung zu zeigen. Heini hatte für jeden eine „Autogrammkarte“ zur Erinnerung, die von Nilushan und seinen Helferinnen vorbereitet wurden.
Bevor sich alle auf den Weg nach Hause machten, ergab sich spontan ein Tanz auf der Bühne, bei dem sich die Singhalesen unter die deutschen Gäste mischten. Wir wurden herzlich verabschiedet mit der Hoffnung, dass es nächstes Jahr ein Wiedersehen gibt.
Mit auf dem Programm stand ein Besuch im Behindertenheim in Katugurunda, das Heini seit vielen Jahren betreut. Dieser Besuch war ein heftiges Erlebnis für mich, das mir unter die Haut ging. Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Menschen, die dort mit ihren körperlichen und geistigen Behinderungen oft schon seit ihrer Geburt leben,  wirklich gefördert werden können. Aber man muss sich vergegenwärtigen, dass dieses Heim nur durch Spenden finanziert wird und dass keiner dieser Menschen auf der Straße eine Chance hätte. Hier haben Sie ein Dach über dem Kopf, haben genügend zu essen und zu trinken und haben Gesellschaft. Positiv war es, zu sehen wie sich die Menschen dort gegenseitig helfen.
Ein Mut machendes Beispiel ist die 20jährige junge Frau, die mit ihrer körperlichen Behinderung (sie hat keine Arme) schon als Kind in dieses Heim kam; dort hat man ihre Fähigkeiten erkannt und ihr ermöglicht, die Schule zu besuchen. Inzwischen hat sie ihren Abschluss gemacht und kann in Colombo studieren. Was Menschen ohne Handicap mit ihren Armen und Händen machen, hat sie gelernt mit ihren Füßen und Zehen zu erledigen. So kann sie zum Beispiel ihren Elektrorollstuhl und ihren Laptop bedienen. Ohne den Einsatz der Menschen in diesem Heim, die alle ehrenamtlich arbeiten beziehungsweise selbst Bewohner dieses Heims sind, wäre dies nicht möglich.
Wir haben den Menschen dort eine große Menge an Lebensmitteln gebracht. Außerdem hatten wir Modeschmuck für die Frauen und verschiedene kleine Geschenke dabei. Sabine Schmitt hatte für das Heim ein ganz besonderes Geschenk; sie hatte sich zu ihrem Geburtstag Geldspenden gewünscht, die sie dem Heim zur Verfügung gestellt hat.
Wir wollten auch noch gemeinsam mit den Behinderten an einem Gottesdienst teilnehmen; leider mussten wir lange warten, und bis kurz vor zwölf war immer noch kein Pfarrer da. Da wir noch die Reise in das kleine Fischerdorf Moligoda vor uns hatten, mussten wir um 12:00 Uhr aufbrechen. Auf der Fahrt zum Dorf hat unser Busfahrer in einem Luxushotel gehalten, damit wir dort auf die Toilette gehen konnten. Das war dann ein echter Kulturschock!
Von dort ging es weiter in das kleine Dorf am Meer, das Heini regelmäßig besucht und in jedem Jahr Spenden hinbringt. Da es viel geregnet hat, mussten wir einen Platz suchen, wo wir an den Bahngleisen aussteigen konnten, ohne dass  wir durch die Wasserpfützen gehen mussten. Heini wurde von einer jungen Frau herzlich und unter Tränen begrüßt. Sie hat mir dann auf Englisch erklärt, dass er ihr Papa aus Deutschland sei. Sie habe ihn am Strand kennen gelernt als sie im Grundschulalter war, nun ist sie 39 Jahre alt und selbst Mutter. Die Freude ist natürlich jedes Mal riesengroß, wenn Heini die Familien dort besucht und seine Spenden mitbringt. Beim Verteilen durften  wir alle helfen. Es gab Lebensmittel wie zum Beispiel Reis und Linsen, ein Stück Seife, Zahnbürsten, Waschpulver, Kleidung für Frauen und Kleidung für Männer. Dann haben wir alle noch Dinge verschenkt, die wir selbst von daheim mitgebracht haben. Am Anfang waren die Menschen sehr diszipliniert und ruhig, aber irgendwann wurde der Kreis um uns immer enger und der Andrang immer stärker. Selbst über kleine Nähsets, die ich dabei hatte, freuten sich die Frauen sehr. Traudel und Manfred Klimbingat hatten Kinderkleidung von ihren Enkelkindern mit, die fanden reißenden Absatz. Die Menschen haben uns ihre Dankbarkeit und Freude spüren lassen. Sie haben uns eine Trinkkokosnuss spendiert und bevor wir wieder aufgebrochen sind, hat Heini noch ein schönes Hemd geschenkt bekommen, sowie eine Aloe Vera und die leckeren kleinen Bananen.
Die zwei Stunden, die wir für die Rückfahrt zum Hotel benötigten, brauchte ich um mich innerlich wieder zu sammeln . Es war für mich ein sehr erlebnisreicher und emotionaler Tag, der unter die Haut geht und Spuren hinterlässt.
In dem Hotel in Negombo habe ich mich  wohl gefühlt. In den zwei Wochen gab es für mich keinen Tag, an dem nicht irgendein Termin auf dem Programm stand. Trotzdem war zwischendurch immer wieder Zeit sich zu erholen und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Beim gemeinsamen Frühstücken und Abendessen konnten wir viele singhalesische Speisen probieren und genießen. Wir hatten einen Pool, in dem wir uns erfrischen konnten; ab und zu gab es sogar eine Stunde Wassergymnastik von Ursula Wellner geleitet oder wir haben mit Lars  im Pool gespielt. An dem großen Strand konnten wir spazieren gehen und hin und wieder war auch ein Bad in den stürmischen Wellen möglich. An einem Nachmittag konnten wir sogar die einheimischen Fischer ganz hautnah bei ihrer Arbeit beobachten. Sie zogen ein großes Fischernetz mit vereinten Kräften aus dem Meer an den Strand.
Nach einem gemeinsamen Abendessen in einem Lokal in Negombo mit Heini und der gesamten Gruppe ging’s dann am Abend des 9. November mit 6 Personen noch zum Abschluss in das Haus von Heini. Da haben wir uns die Zeit mit Kartenspielen vertrieben. Von dort aus fuhren wir  zum Flughafen nach Colombo und flogen um 2:45 Uhr wieder über Doha nach Frankfurt.
Der Rest der Gruppe trat die Heimreise zwei Tage später an. Heini war noch eine ganze Woche dort und hatte die Aufgabe, die letzten zehn Häuser an die Familien zu übergeben.
Ich habe meiner Familie und meinen Freunden viel von dem Aufenthalt in Sri Lanka erzählt. Ganz schnell habe ich eine Freundin für dieses Hilfsprojekt gewinnen können. Sie möchte auch gerne spenden und kann sich auch gut vorstellen, im nächsten Jahr eine Reise nach Sri Lanka anzutreten um alles vor Ort miterleben zu können.


  

Bericht: Josefine Ohnesorg  

Nach einer recht anstrengenden Reise landen wir endlich in Colombo der Hauptstadt von Sri Lanka. Opa Heini kommt uns persönlich vom Flughafen abholen und begrüßt uns ganz herzlich. Da wir alle samt etwas K.O. waren, wurde dies nur beiläufig gewürdigt. Wir fuhren zuerst ans Hotel um zu schauen ob unsere Zimmer schon zu beziehen sind. Leider fiel dann auf, dass es einen Fehler bei der Buchung gab und die Zimmer erst für den nächsten Tag gebucht wurden (Schande). Nach einem recht unverschämten Angebot seitens des Hotels und nach Absprache mit Opa Heini fuhren wir zu seinem Haus. Er bot uns an die erste Nacht bei ihm zu schlafen und uns am nächsten Tag ins Hotel zu fahren. Nach diesen Strapazen ruhten wir uns alle eine Runde aus. Lars, Josefine und Beate schliefen bis Mittags wohingegen Ole, Peter und Heini auf den Fischmarkt fuhren und zum Geldwechsler. Am Mittag kochte Chandani für uns alle Fisch mit Reis und einem Linsencurry. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zum Supermarkt, um Lebensmittel für die Familien von Beate zu kaufen. Diese wollten wir besuchen und Ihnen die Lebensmittel und Kleider bringen. Von 3 Familien konnten wir leider nur 2 ausfindig machen. Es gibt in den Orten in denen die Häuser gebaut wurden, keine Straßennamen wie in Deutschland. Die Tuktuk Fahrer fragten anhand eines Bildes vor Ort nach wo das Haus der Familien steht. Am Abend waren wir in einem kleinen Restaurant welches Opa Heini im empfohlen hatte. Das Essen war wie angepriesen sehr lecker. Nachts schliefen wir aufgeteilt in den Zimmern von Opa Heini. Ole und Josefine hatten leider Pech; da Lars gerne bei Oma Beate und Opa Peter schlafen wollte, bekamen sie ein Zimmer ohne Klimaanlage und mit sehr lautem Ventilator, sodass sie nachts von den Mücken heimgesucht wurden.  

An Tag 2 kam morgens der Rest der Gruppe an. Wir frühstückten und fuhren dann ins Hotel. Dort verbrachten wir den Tag ganz gemütlich am Pool und am Meer.
Tag 3 begann nach dem Frühstück mit der ersten Hauseinweihung von Gabi und Norbert. Die Familie war richtig herzlich und man bekam zum ersten Mal einen Eindruck von dem Projekt von Opa Heini und welche Bedeutung dies für die Familien hat. Lars war bei allen Kindern und auch bei den Erwachsenen sehr begehrt und jeder wollte ein Foto mit ihm machen.

An dem darauf folgenden Tag startete morgens die Rundreise. An diesem Tag standen die Kautschukplantagen, die Teeplantagen sowie die Besichtigung einer Teefabrik auf dem Programm. Wir hatten eine recht lange Fahrt hinter uns haben tolle Eindrücke von der Vielfältigkeit Sri Lankas erlebt. Durch die verschiedenen Klimazonen (je höher man fährt, desto kälter wird es, dort wachsen auch keine Palmen mehr) kann in Sri Lanka fast jedes Obst und Gemüse angebaut werden. Während der Rundreise übernachteten wir jeden Abend in einem anderen Hotel; das erste bot einen tollen Ausblick zu einem Wasserfall. Leider konnte man diesen allerdings nicht fußläufig erreichen. An den nächsten beiden Tagen gab es wieder volles Programm. Wir besuchten den Botanischen Garten welcher wirklich eine Vielzahl von Pflanzen beherbergt. Ole, Peter und Josefine besichtigten den Zahntempel in Kandy. In diesem Tempel heißt es, liegt in einer Box der Zahn Buddhas. Die nächste Nacht hatten wir in einem schönen Hotel, welches darauf aufmerksam machte, die Fenster und Türen geschlossen zu halten, da es möglich sein könnte, dass sonst Affen in das Zimmer kommen könnten. Josefine bekam in diesem Hotel das Bett zu Ihrem Geburtstag schön hergerichtet und beim Abendessen eine tolle Geburtstagstorte. Wir fuhren am nächsten Tag zum Spice Garten, dort konnte man Gewürze kaufen, nachdem man eine Art Tupperwarenveranstaltung für Gewürze mit gemacht hatte.  Die Reise führte uns nach Sigirya; dort pilgerten wir auf den Felsen, auf dem man eine ganz tolle Aussicht hatte. Auf dem Weg nach oben trafen wir auf Affen, Warane und Hunde. Beim Abstieg vom Felsen fing es extrem zu regen an, so dass die komplette Gruppe klatschnass wurde. Wir fuhren zu unserem letzten Hotel. Jeder hatte sein Zimmer in einem der  Bungalows, welche auf einem weitläufigen Gelände verteilt waren. In der Mitte gab es einen großen Pool, welchen wir am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück ausprobierten.
Beim Essen wurde das Buffet von Affen überfallen. Eine ganze Horde machte sich, immer wenn keiner hinsah, über Toastbrot, Obst etc. her. Mit Ihrer Beute versammelten Sie sich auf dem Dach des Frühstückshauses und frühstückten ebenfalls. Nach dem Frühstück standen die letzten Programmpunkte an, bevor wir zurück in das Hotel in Negombo fuhren. Wir besichtigten die größte und die älteste Dagobe, bekam einen Eindruck, wie die Mönche früher lebten und sah einen riesigen Trog, welcher früher für 3000 Mönche  jeden Tag, vom König, mit Reis gefüllt wurde.

Tag 8 war die Rundreise beendet. An diesem Morgen gab es zwei Hauseinweihungen, darunter auch die Hauseinweihung von Waltraud Schwarz. Zu sehen wie glücklich die Familien sind, ist wirklich ein sehr emotionales Erlebnis.

An Tag 9 besuchten wir den Markt in Negombo,  auf dem man so ziemlich alles an Obst, Gemüse, Kleidung und Gegenständen des täglichen Bedarfs bekam.

Tag 10 war der Tag für die Frauen. Der Shopping-Marathon. Dafür fuhren wir nach Colombo und besuchten dort 2 große Einkaufszentren.  

Tag 11 war es dann endlich soweit; das 200.  Haus wurde übergeben. Es war eine ganz besondere Hausübergabe mit einer Vertreterin der Deutschen Botschaft. Auch hier war es wieder ein unbeschreibliches Erlebnis. Wegen des 200. Hauses gab es ein paar Tage später ein Gottesdienst. Im Anschluss an diesen wurde Opa Heini und wir mit einer Feier überrascht. Dort wurden tolle Reden gehalten und verschiedene Tänze gezeigt. Alle waren sehr herzlich und gaben sich große Mühe.

An einem der darauf folgenden Tagen besuchten Ole, Josefine, Lars, Monika und Sabine noch das Elefantenwaisenhaus. Dort hatten wir die Möglichkeit einen Elefanten anzufassen und zu sehen, wie die Elefanten durch eine Stadt zum Fluss geführt wurden, um dort zu trinken. Einige Elefanten nutzen das Wasser auch, um etwas zu baden oder so spielen. Nach diesem tollen Erlebnis besuchten wir mit Lucky, unserem Guide, welcher uns auch während der Rundreise begleitete, ein einheimisches Schnellrestaurant, in welchem wir, wie die Einheimischen auch, mit den Fingern aßen.

Am letzten Tag hatten wir das Glück, noch bei einer letzten Hausübergabe dabei zu sein. Diese Familie war sehr arm. Selbst bei den armen Familien sah man noch Unterschiede, welche Familie sich für diesen besonderen Tag eine Öllampe mieten konnte und welche auf einen einfachen Ersatz zurückgreifen musste. Diese Familie war sehr emotional,l und die Frau des Hauses musste so weinen, dass sie beim Beten nicht weiter reden konnte. In diesen Momenten merkt man, wie dankbar diese Menschen sind, nun ihr eigenes Heim zu haben, welches abgeschlossen werden kann und welches nicht mehr bei starkem Regen überflutet wird.
Alles in allem war es ein super toller Urlaub mit vielen tollen Erlebnissen und wertvollen Erfahrungen. Und das Beste war, dass man das Projekt von Opa Heini nun nach so vielen Erzählungen und Geschichten endlich mal selbst in Wirklichkeit erleben konnte.


Buddas Zahn und der Heilige Rock

Anmerkung zu unserer viertätigen Rundfahrt Negombo - Nuwara Eliya - Kandy -

Sigiriya - Anuradhapura.

(Friedrich Pfeffer)


Was die Würdigung der Arbeit von Heinrich Wellner angeht, so brauche ich den vorangehenden Berichten nichts hinzufügen.

Ich möchte mich darauf beschränken auf einige Bemerkungen zu unserer viertätigen Rundfahrt, die von unserem einheimischen Reiseführer Lucky organisatorisch und inhaltlich vorzüglich begleitet wurde.

Das Ziel des ersten Tages, die Stadt Nuwara Eliya erinnert an die koloniale Vergangenheit Sri Lankas.

Zur Geschichte: Von etwa 500 v. Chr. bis ins 13. Jahrhundert bildet sich in Sri Lanka ein kulturell hochentwickeltes Königreich unter verschiedenen Dynastien. Seit dem 3. Jh. v. Chr. breitet sich, von Indien kommend, der Buddhismus aus. Im 13. Jahrhundert setzt der Zerfall des Reiches in einzelne Teilherrschaften ein. Anfang des 16. Jahrhunderts setzen sich die Portugiesen in Sri Lanka fest. Mitte des 17. Jahrhunderts werden sie von den Holländern verdrängt. 1796 übernehmen die Briten die Herrschaft in Ceylon und machen es zur Kronkolonie; das noch unabhängige Königreich Kandy auf Sri Lanka wird von den Briten 1815 erobert. 1948 wurde Sri Lanka unabhängig. Sri Lankas Verfassung ist ein präsidiales demokratisches System.

Im Bereich von Nuwara Elyia - in einer Höhe zwischen 1500 und 2000 m - fahren wir durch zahlreiche Teeplantagen. Der Anbau von Tee wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den Engländern eingeführt und spielt auch heute noch eine wichtige Rolle. Nuwara Elyia war auf Grund seines gemäßigten Klimas zur Zeit der englischen Kolonialherrschaft ein beliebter Erholungsort für die auf der Insel wohnenden Engländer; Golfplatz und Pferderennbahn verweisen noch auf den britischen Einfluss.

  

Der nächste Tag bringt uns an einen zentralen Ort des Buddhismus in Sri Lanka: den Zahntempel in Kandy, Der Überlieferung nach wurde bei der Brandbestattung Buddhas in Indien (Lebenszeit Buddhas: ca. 563 - 483 v, Chrs. / genaue Datierung unsicher) ein Zahn des Toten von einer seiner Anhängerinnen geborgen. Der Zahn, auf den spirituelle Kräfte Buddhas übergegangen sein sollen und dem regenbringende Wirkung zugeschrieben wurde, war zunächst im Besitz indischer Könige und gelangte später nach Sri Lanka und dort an den Königssitz Kandy. Um den Schrein, der den Zahn birgt, wurde ein Tempel errichtet; der jetzige Tempel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Dieser Tempel ist eine der wichtigtsten Pilgerstätten des Buddhismus. Dreimal am Tag besteht die Möglichkeit, den Zahnschrein im Tempel aufzusuchen. Auch wir nahmen am Abend die Gelegenheit wahr, schlossen uns der dichtgedrängten Reihe der Pilger an und konnten einen Blick auf den Zahnschrein werfen. Bei dem Gedränge im Zahntempel musste ich an einen anderen Ort und an eine Religuie des Christentum denken; an den Trierer Dom und den "Heiligen Rock", der in ihm aufbewahrt wird. Dort hatte ich seinerzeit einen vergleichbaren Pilgerstrom erlebt. So habenm Religionen, auch wenn sie räumlich und inhaltlich weit voneinander entfernt sein mögen, offensichtlich Gemeinsamkeiten; es scheint, dass wir Menschen auf äußere Zeichen angewiesen sind, von den magischen Kräften, die diesen Zeichen zugeschrieben werden, ganz zu schweigen. Ich frage mich natürlich, was die beiden Religionsstifter - Jesus und Buddha - zu diesen Formen der Frömmigkeit ihrer Anhänger sagen würden. Als friedfertige Menschen würden sie angesichts des Treibens ihrer Anhänger wohl nur nachsichtig den Kopf schütteln.

 

 

 

 

Das Hauptziel des nächsten Tages warf keine religiöse Probleme auf. Wir besuchten den "Löwenfelsen" Sigiriya mit den Überresten seiner großartigen Festungs- und Palastanlagen. Im 5. Jahrhundert nach Christus herrschte in Sri Lanka ein König, der zwei Söhne hatten, einen von seiner rechtmäßigen Gattin und einen von seiner Konkubine. Dieser zweite Sohn ermordete seinen Vater und riss die Herrschaft an sich. Sein Bruder - der rechtmäßige Nachfolger - brachte sich durch Flucht nach Indien in Sicherheit. Aus Furcht vor der Rache seines geflohenen Brunders verlegte der Usurpator seinen Herrschaftssitz aus der bisherigen Hauptstadt Anuradhapura nach Sigirya und ließ dort einen gewaltigen Palast und auf dem Felsen eine Festung errichten. Aber es half ihm nichts. Nach siebzehn Jahren setzte der geflohene Bruder mit einer Streitmacht von Indien nach Sri Lanka über, besiegte den unrechtmäßigen Herrscher und verlegte den Königssitz zurück nach Anuradhapura.

  

Am nächsten Tag, dem letzten Tag unserer Rundreise, widmen wir uns wieder ganz den Zeugnissen des Buddhismus. Wir besuchen die Tempel und Klosteranlagen im Bereich Anuradhapura. Hier sehen wir mehrere eindrucksvolle Buddhaheiligtümer (Stupa / Dagoba) und weitläufige ehemalige buddhistische Klosteranlagen. Dort sollen einmal weit über 1000 Mönche gelebt haben. Die buddhistischen Mönche widmeten sich ganz der Meditation und lebten von den Gaben der Menschen. Es zeigte sich, dass die hier ansässigen Bewohner kaum die vielen Mönche ernähren konnten. So musste der Herrscher eine entsprechende Infrastruktur schaffen, um die Versorgung der Mönche zu sichern; meterlange steinerne Wannen, aus denen Reis an die Mönche verteilt wurde, zeugen von dieser Sorge des Herrschers. So wie das Bibelwort: "Seht die Vögel des Himmels; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen, der Vater im Himmel ernährt sie doch." (Matt. 6, 26) bei radikaler Befolgung durch alle Menschen gewisse Versorgungsprobleme mit sich bringen würde, so wäre auch eine buddhistische Gesellschaft, die nur aus Bettelmönchen bestehen würde, kaum überlebensfähig. Heutzutage gehen die buddhistischen Mönche durchaus verschiedenen Erwerbstätigkeiten nach, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Im Übrigen hat schon Buddha für diejenigen, die (noch) nicht die vollkommene Lebensform der Mönche praktizieren (können), ganz handfeste Ratschläge für die Gestaltung des täglichen Lebens gegeben.

In den Tagen nach unserer Rundreise hatten wir die Gelegenheit, die Familie, deren Haus meine Frau Hedwig vor zwei Jahren finanziert hatten, zu besuchen. Die Eltern mit drei Töchtern und zwei Großeltern wohnen in diesem Haus. Die Zeichen der Dankbarkeit waren beührend, lösten aber auch zwiespältige Gefühle aus. Wofür haben wir denn Dankbarkeit verdient? Im Grunde geben wir alle noch nur ein wenig von unserem Überfluss ab und keiner von uns muss sich deswegen spürbar einschränken.

 

 

 

 


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Ich konnte in diesem Jahr:


16 Häuser bauen und übergeben,

(insgesamt wurden bisher 203 Häuser gebaut und übergeben)

10 Betten mit Matratzen kaufen und übergeben,

200 neue mitgebrachte Shirts für Frauen verteilen,

weitere 300 Kleidungsstücke, hauptsächlich für Kinder mitbringen und verteilen.


Vor Ort wurde gekauft und verteilt:


Für das Behindertenheim:

400 kg Reis, 100 kg Zucker, 100 kg Linsen, 1.300.-- € in bar wurden übergeben.


Für ein Dorf mit 25 Familien:

Ca. 130 Kleidungsstücke wurden gekauft und ca. 200 kg Lebensmittel, Waschpulver und Seife verteilt.


Meine Gäste spendeten Geld für eine junge Frau. Damit wurde ein Nähkurs für ein Jahr bezahlt und die Anschaffung einer guten Nähmaschine ermöglicht.


Wer sich für weitere Informationen interessiert, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen:


Heinrich Wellner, Gehnbachstr. 66, 66386 St. Ingbert


Tel. 06894-4761; E-Mail: heini.wellner@t-online.de


Im Internet finden Sie mich unter: www.heini-wellner.de


Spendenkonto: Bank 1 Saar, IBAN: DE10 5919 0000 0242 7123 07